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Daka Entsorgung Notfallnummer
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16.05.2003

Dialog 2003


Kanalisation - Milliarden vergraben und vergessen?

Der 2. DAKA DIALOG im Congress Centrum Alpbach, veranstaltet vom Schwazer Entsorgungsunternehmen DAKA, brachte innovative Ideen rund um das Generalthema zur Werterhaltung der Kanalisation an die Oberfläche.
Würden wir uns die Frage stellen, wieviel Kilometer Kanal wir in Österreich haben, müßte die Antwort ausbleiben. DI Andreas Jeitler, KWT GmbH, Krems-Stein: "Im letzten Jahrzehnt wurden in Österreich ca. 19 Milliarden Euro in den Wasserkreislauf investiert. Die Wartung des Systems aber ist mangelhaft. Es weiß niemand, wie groß unser Kanalnetz ist." Wie ein Fahrzeug ein Service brauche, müsse auch das Kanalnetz laufend gewartet werden. Alle österreichischen Netzbetreiber seien aufgefordert, vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen zu setzen. "Modernes Kanalmanagement umfaßt die Bewahrung des Sollzustandes einer Kanalisation", erklärte Jeitler in Alpbach.
Es sei ein Irrtum zu glauben, dass erst nach 20 Jahren Schäden am Kanalnetz entstehen würden. "Schon nach fünf bis sieben Jahren wechseln Kanäle von der Zustandsklasse 1 in die Klasse 2." Jeitler appellierte an die Zuhörer, darunter Bürgermeister, Amtsleiter, GF von Abwasserverbänden: "Durch laufende Wartung erhöht sich die Lebensdauer des Kanalnetzes."

Um die Werterhaltung des Kanalnetzes zu gewährleisten kann sich der österreichische Kanalexperte "Plattformen von Dienstleistern", wie Reinigungsunternehmen und Ingenieurbüros vorstellen, die Infrastruktur einzelner Gemeinden betreuen. Erfahrungswerte in Österreich und Deutschland würden zeigen, dass die durchschnittlichen Reinigungskosten pro Jahr und Kanal-Kilometer bei 1.000 Euro liegen. In Kommunen mit ca. 50.000 Einwohnern würde sich bei Fremdvergabe der Reinigungsleistung die Durchschnittskosten pro Kilometer auf 700 Euro reduzieren. Hingegen zeigen die Erfahrungswerte, dass größere Gemeinden über 50.000 Einwohner, die diese Leistungen in Eigenregie durchführen, einen Durchschnittspreis von 1.300 bis 1.400 Euro pro Kanalkilometer aufbringen müssten.

Für DI Thomas Ertl, Abteilung Siedlungswasserbau vom Institut für Wasservorsorge an der Universität für Bodenkultur, Wien ist modernes Kanalmanagement gleichbedeutend mit Datenmanagement. Die vergrabenen Milliarden zu bewältigen, sei eine Herausforderung der Zukunft. Die Wissenschaft könne dazu Lenkungsmöglichkeiten ermitteln, so Ertl. Auch Ertl bemängelte das "schwere Defizit" an statistischen Daten zum österreichischen Kanalnetz. An Lenkungsmöglichkeiten sieht der Wissenschaftler einerseits die innerbetriebliche Optimierung andererseits die Auslagerungsmöglichkeiten an private Dienstleister mit "Auflagen der Behörden". Weiters forderte der Kanal-Spezialist die Einführung eines "Beurteilungsmaßstabes", um zu überprüfen, wie gut Kanalmanagement in Österreich gemacht werde. Schließlich gehe es auch um die "Gesundheit der Bevölkerung und die Zufriedenheit des Endverbrauchers". Um modernes Kanalmanagement bewerkstelligen zu können, bedürfe es aber qualifizierter Ausbildungsprogramme für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen.

Der deutsche "Kanalinspektor" und Sachverständige, DI Klaus Peter Bölke verglich Kanalinspektion mit dem Fundament eines Hauses. "Die Inspektion ist das Fundament der gesamten weiteren Arbeit, wie Kanalsanierung, Kanalreparatur oder Dichtheitsprüfung." Bölke forderte in Alpbach, ebenso wie seine Expertenkollegen, die Einrichtung von Kanal-Datenbanken und Qualitätssicherungssystemen. Um ein langlebiges Kanalnetz zu gewährleisten, müssten Qualitätskriterien bereits in den Ausschreibungstexten festgehalten werden.

DI Khaldoun Arnaout, RST Rechner- und Softwaretechnik GmbH, Essen plädierte in Alpbach für die Ausstattung aller Netzbetreiber mit modernster EDV-Technik. "Eine entsprechende EDV-Ausstattung gewährleistet Qualitätssicherheit, der schnelle Datenzugriff wird dadurch möglich. Ein EDV-System und ein digitales Bild- sowie Bildarchivierungssystem sind die Grundvoraussetzung für die Netzüberwachung." Modernes Kanalmanagement werde künftig durch High-Tech-Lösungen realisiert. Als Beispiele nannte Arnaout, Mikrochips in Rohrdichtungen zur Identifizierung einzelner Anlagenteile und modernste GPS-Systeme, die zur treffsicheren Ortung eingesetzt würden.

Zahlen & Fakten:
Aktueller Stand der Abwasserentsorgung in Tirol
Bis 2004 werden in Tirol 91 (mechanische und biologische) kommunale Kläranlagen errichtet worden sein, davon werden 35 (mechanische und biologische) kommunale Kläranlagen wieder außer Betrieb genommen sein, so dass mit Ende 2004 noch 56 biologische Kläranlagen in Betrieb sein werden.
Die erste (mechanische) kommunale Kläranlage wurde 1958 in Hall i. Tirol gebaut.

Die erste biologische kommunale Kläranlage wurde 1966 in Mutters/Natters errichtet.

Ab 1976 wurden nur noch biologische Kläranlagen in den Tiroler Gemeinden errichtet.

Die Abwasserentsorgung- und -reinigung in Tirol ist mit 40 Abwasserverbänden und 20 "Ortslösungen" eher groß strukturiert. Es gibt in Tirol abwassertechnisch kaum noch weiße Flecken, der Kläranlagen-Bauboom erstreckte sich im Zeitraum von 1970 bis 2000.

Es gibt in Tirol derzeit keine Aufzeichnungen/Statistiken über Kanallängen in den Gemeinden und Abwasserverbänden, weiters keine Aufzeichnungen über Kanal-Sonderbauwerke. Der Kläranlagenaufsichtsdienst sorgt derzeit für die Überwachung der Kläranlagen und Kanäle. Der Kanalerhaltung und -wartung soll künftig verstärktes Augenmaß gewidmet werden.

Der Entsorgungsgrad in den Tiroler Gemeinden ist mit derzeit 92 Prozent sehr hoch. Bis 2010 soll ein Entsorgungsgrad von 97 Prozent erreicht werden.
In Tirol wurden bis 1993 in die Abwasserentsorgung 11,3 Milliarden Schilling investiert, bis 2002 wurden 23,8 Mrd. Schilling investiert und bis 2010 werden die Investitionskosten in das Kanalnetz rund 28,5 Milliarden Schilling bzw. 2, 07 Mrd. Euro betragen.

Fotos zum Dialog 2003 können Sie in unser Galerie finden.


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